Wettbewerb
    Andreas Wünschirs
    f/stop Symposium 2012, Jenseits des Faktischen: Wahrheit erzeugen!, © Peggy Hempel

    f/stop Diskussion

     

    Well Being: Kultur, Gesellschaft, Glück

    Freitag, 13.6.2014, ab 16 Uhr
    Ort: Festivalzentrum

    Glück ist ein weites Feld. Es ist wenig greifbar und die Vorstellungen davon sind äußerst unterschiedlich. Gerade dies macht die anhaltende Faszination an dem opaken Begriff und die Konjunktur, die dieser Terminus in unserem alltäglichen Leben einnimmt, aus. Meist verbinden wir damit Fragen nach individuellem und subjektivem Glück. Auch im Kontext sozial-ökonomischer Prozesse wird die Thematisierung von Glück immer bedeutsamer. Nicht zuletzt spiegelt sich dies auf politischer Ebene wider: 'Happiness Reports' übersetzen Glück in Zahlen und Statistiken; sie unternehmen den Versuch, Glück als Faktor messbar und objektivierbar zu machen. Glück wird zum Gradmesser für politisches Handeln. Wie wird demzufolge unser Leben organisiert, um dem Glück nahezukommen? Was sind die Bedingungen? Ambivalente Prozesse der Optimierung schließen sich hier an, die das soziale Miteinander bestimmen und wiederum Rückwirkungen auf das individuelle Leben der Einzelnen haben.

    Wie aber wollen wir leben? Was ist 'gutes Leben' und welche gesellschaftlichen Voraussetzungen müssen dafür geschaffen werden? In welcher Relation stehen Glück und Freiheit zueinander? Wie stellt sich der Zusammenhang zwischen Glück und Selbstoptimierung dar? Welche alternativen Zukünfte sind denkbar? Und wo ordnen sich Kunst und Kultur in diese Verhältnisse ein?

    Im Verlauf der Veranstaltung werden eingeladene Gäste diese Fragen auf verschiedene Weise aufgreifen und zur Diskussion stellen – jedoch kaum mit der Absicht, eine endgültige Begriffsdefinition von Glück zu liefern.


    f/stop Diskussion wurde konzipiert von Vera Lauf und Judith Kästner.

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    Beiträge:

    16 Uhr
    So glad you made it – Szenarien zur Kunst und zum guten Leben
    Workshop mit Julia Kurz (Kulturarbeiterin, Leipzig)

    Um Anmeldung wird bis zum 12.6.2014 gebeten: office@f-stop-leipzig.de

    Was ist das gleich noch mal, das gute Leben? Die Verwirklichung unserer Bedürfnisse und Interessen? Wer will das nicht? Was bringt uns immer wieder dazu, uns in unseren Festivals, Projekten, Performances, Texten, Theaterstücken, Songs damit auseinanderzusetzen? Welches Potenzial schreiben wir unserer kulturellen Produktion zu? Verwirklichungspotenzial? Beiträge zur Debatte? Und für und mit wem debattieren wir dann? Mit der Politik, der Zivilgesellschaft, für und mit uns selbst? Wie immer im Leben sind Selbstfürsorge und die Sorge für andere eng verknüpft: Kein gutes Leben ohne ein gutes Umfeld, um gedeihen zu können. Das bedeutet Zeit und Ressourcen aller Art, die nicht selten mit den gesellschaftlichen Produktivkraft-Prämissen – flexibel, kompetent und leistungsstark – im Widerspruch stehen. Im Kleinen sind es Themen wie Teilhabe und Ermächtigung, die wir angehen, im Großen eine solidarische Welt, eine andere Ethik und Alternativen zum Wachstumszwang. Was kann da die Kunst? Mit welchen Fragen, Konzepten, Methoden und nicht zuletzt Zielen arbeiten wir in unserer täglichen kulturellen Praxis fürs gute Leben?

    18 Uhr
    Faktor Glück. Bedingungen eines guten Lebens in der Postwachstumsgesellschaft
    Vortrag von Barbara Muraca (Philosophin, Mitglied des Forschungskollegs „Postwachstumsgesellschaften“, Universität Jena)

    Laut zahlreichen Studien driften Wirtschaftswachstum und Glück ab einer bestimmten Schwelle voneinander ab: Mehr Wachstum macht uns nicht glücklicher. Auch der Versuch, Wachstum um jeden Preis zu retten, unterminiert Lebenszufriedenheit und Lebensqualität. WachstumskritikerInnen nutzen deshalb gern Ergebnisse der Glücksforschung. Ist aber subjektive Lebenszufriedenheit überhaupt eine politisch sinnvolle Kategorie, um nach Alternativen zum Wachstum zu suchen? Sollte es nicht vielmehr um objektive Kriterien der Lebensqualität gehen? Welche Bedingungen eines guten Lebens sind für eine Postwachstumsgesellschaft entscheidend?

    19 Uhr
    Vom Flug der schlauen Idioten in das Glück
    Vortrag von Hans-Christian Dany (Künstler und Autor, Hamburg)

    Glücklich werden, aber nicht verraten, wie wir leben wollen! Das Konzept der Selbstoptimierung steht momentan in einem unschönen Licht. Gerade handelt es sich bei dieser allzu oft um wenig mehr, als vereinzelt zu funktionieren. Dagegen könnte man sich zurücklehnen und darauf beharren, so zu bleiben, wie man ist. Solch selbstgenügsames Beharren wird aber schnell fad und führt nur bedingt zum Glück. Aber wäre nicht auch eine andere Selbstoptimierung vorstellbar? Eine Sorge um das Selbst, die auf eine andere Gemeinschaft zielt? Eine abenteuerliche Expedition ins Ungewisse, die es wagt, die Perspektive einer Zukunft außerhalb der großen kapitalistischen Ausgleichsmaschine wieder vorstellbar werden zu lassen?

    20 Uhr
    Well Being: Kultur, Gesellschaft, Glück
    Podiumsdiskussion mit Julia Kurz, Barbara Muraca und Hans-Christian Dany, moderiert von Stefan Kausch (Engagierte Wissenschaft, Leipzig)



    Julia Kurz
    (*1981, lebt in Leipzig) ist als Kuratorin und Kunstvermittlerin tätig. In ihren Projekten verschränkt sie kritische Bildungsansätze und kuratorische Praxis. Im Zentrum ihrer Kulturarbeit steht die Begegnung. Julia Kurz arbeitet gleichsam in institutionellen Kontexten wie im Rahmen freier Projektarbeit in verschiedenen transdisziplinären Netzwerkstrukturen. Sie graduierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Beatrice von Bismarck und Thomas Weski im MA-Programm Kulturen des Kuratorischen sowie an der Universität Leipzig und Theaterhochschule Damaskus in den Fächern Theaterwissenschaften und Arabistik.

    Barbara Muraca, Dr., hat Philosophie in Turin, Hamburg, Greifswald und Claremont studiert. 2008 hat sie mit einer Dissertation zum philosophisch-theoretischen Rahmen des Nachhaltigkeitskonzepts an der Universität Greifswald promoviert. Seit 2012 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am DFG-Kolleg Postwachstumsgesellschaften der Universität Jena.


    Hans-Christian Dany (*1966, lebt in Hamburg) Künstler und Autor. Studium der Freien Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Seit 1989 zahlreiche Veröffentlichungen in Büchern, Katalogen und internationalen Zeitschriften, u. a. in SpringerinNeue Zürcher ZeitungTexte zur KunstVogueDie Beute. Seit 1991 regelmäßige Ausstellungsbeteiligungen, u. a. Kunsthalle Hamburg, Shedhalle Zürich, Kunsthalle Wien, Kunstverein Baden-Baden. Gründer und Mitherausgeber verschiedener Zeitschriften. Längere Auslandsaufenthalte in Rio de Janeiro und in Brüssel, Tätigkeit als Gastdozent an mehreren Kunsthochschulen und Akademien. 2002 Einzelausstellung in der Hamburger Kunsthalle. Zuletzt erschien sein Buch Morgen werde ich Idiot. Kybernetik und Kontrollgesellschaft.

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    f/stop 2016

    The next festival takes place from June 25th to July 3rd 2016.

     

     

    f/stop goes Nürnberg

    Die Ausstellungen „Get lucky!“ und „Personal Issues – Magazinfotografie als Statement“ werden vom 20.9. bis 5.10.2014 im Rahmen von „Offen auf AEG“ in Nürnberg zu sehen sein. Geöffnet ist immer Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 19 Uhr. Wer f/stop in Leipzig verpasst hat, kann einen Besuch hier nachholen. Außerdem präsentiert Jürgen Teller die Ausstellung „WE’VE GOT THE LOOK“ in der Akademie Galerie. Ein Grund mehr nach Nürnberg zu kommen! Eröffnet wird am 20.9.2014 12 Uhr!

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