Wettbewerb
    Andreas Enrico Grunert, o.T., 2012
    © Karen Laube

    f/stop Satellit mzin


    Ab Bild 18

    Bewerbungsfotos zeugen in komprimierter Form vom persönlichen Streben nach Glück, indem sie, wie kein anderes fotografisches Format, das Nutzen von Chancen, das Eingehen von Verpflichtungen, das Aufgeben von Überzeugungen und damit verbundene Siege und Niederlagen belegen. Diese Fotografien sind unbeliebt, stellen sie doch die Verbindung her zwischen einer geforderten Wirklichkeit, die im Bild zum Ausdruck kommen soll, und den Ansprüchen einer Gesellschaft, die für den Porträtierten nicht vollends kalkulierbar sind. Je weniger die Bewerbungsfotos von einem Sein zeugen, desto mehr scheint dieses von einem Verständnis für den Markt, für Normen, für Selbstoptimierung und Geradlinigkeit geprägt.

    Im Rahmen des f/stop 2014 werden im mzin Bewerbungsfotos zu sehen sein, welche in Ostdeutschland in den Wendejahren entstanden sind. Anhand dieses Materials soll aufgezeigt werden, wie sich die vermeintlich neue Form des Porträts zum Zwecke der 'Eigenwerbung' etabliert, wie sich Selbstverständlichkeiten der eigenen Person unter neuen gesellschaftlichen Bedingungen wandeln und welche unterstützende Rolle der Fotograf als einziges reales Gegenüber in diesem Prozess spielt.

    "Wir schalteten Stellenanzeigen für Auszubildende, auf die vier Wochen lang nichts kam, und dann kamen auf einmal 500 Bewerbungen. Das lag daran, dass es in der ehemaligen DDR kaum Möglichkeiten gab, Passbilder zu machen und die jungen Leute sich erst Fotos organisieren mussten. Da kamen dann zum Teil Familienfotos und echte Schnappschüsse." (Zitat von Ulrich Sieber*)

    Ausstellungsdauer: 7.6. – 15.6.2014
    Eröffnung: 6.6.2014, 18 Uhr
    Öffnungszeiten: Di bis Fr 11 – 19 Uhr, Sa und So 11 – 19 Uhr

    mzin bookstore
    Kolonnadenstraße 20
    04109 Leipzig

    www.mzin.de

     

     

    * Quelle: Süddeutsche Zeitung (31.08.2010), Harald Freiberger, Fusion von Commerzbank und Dresdner Bank – „Komplizierter als die Einführung des Euro“, 2.: Schnappschüsse als Bewerbungsfotos; im Internet: www.sueddeutsche.de/geld/fusion-von-commerzbank-und-dresdner-bank-komplizierter-als-die-einfuehrung-des-euro-1.994086-2

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    f/stop 2016

    The next festival takes place from June 25th to July 3rd 2016.

     

     

    f/stop goes Nürnberg

    Die Ausstellungen „Get lucky!“ und „Personal Issues – Magazinfotografie als Statement“ werden vom 20.9. bis 5.10.2014 im Rahmen von „Offen auf AEG“ in Nürnberg zu sehen sein. Geöffnet ist immer Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 19 Uhr. Wer f/stop in Leipzig verpasst hat, kann einen Besuch hier nachholen. Außerdem präsentiert Jürgen Teller die Ausstellung „WE’VE GOT THE LOOK“ in der Akademie Galerie. Ein Grund mehr nach Nürnberg zu kommen! Eröffnet wird am 20.9.2014 12 Uhr!

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